Spritzen- und Armenhaus Rosow

Ein Stück Rosower Geschichte soll eine Zukunft bekommen

Mitten im Herzen von Rosow steht ein Gebäude, das viel über die Geschichte unseres Dorfes erzählt: das Spritzen- und Armenhaus.

Viele Jahrzehnte hat es das Ortsbild geprägt. Heute befindet sich das historische Gebäude in einem sehr schlechten Zustand. Doch jetzt gibt es eine konkrete Perspektive: Das Spritzen- und Armenhaus soll denkmalgerecht saniert und wieder mit Leben erfüllt werden.

Aus einem vom Verfall bedrohten Gebäude soll ein Ort werden, an dem Geschichte bewahrt, erlebt und weitergegeben werden kann – und der zugleich neue Besucher nach Rosow führt.

Ein Haus mit besonderer Geschichte

Das Spritzen- und Armenhaus gehört zu den wenigen erhaltenen ländlichen Armenhäusern in der Mark Brandenburg. Der ältere Teil des Gebäudes entstand im frühen 19. Jahrhundert als Armenhaus. Hier fanden Menschen, die sich selbst nicht ausreichend versorgen konnten, eine Unterkunft.
Der aus Feldsteinen errichtete Bau mit seinen Ziegelgliederungen steht in der Tradition der preußischen Landbaukunst. Im späteren 19. Jahrhundert wurde das Gebäude um ein Spritzenhaus erweitert. Dort wurden die Geräte der Feuerwehr aufbewahrt. Die beiden großen Tore an der Straßenseite erinnern noch heute an diese frühere Funktion.

Die Lage war für die Feuerwehr besonders günstig: Die Dorfteiche befanden sich unmittelbar westlich des Gebäudes und konnten im Brandfall schnell erreicht werden.

Um 1940 wurde das Gebäude als Feuerwehr- und Gemeindehaus bezeichnet. Damit wurde es zu einem wichtigen Bestandteil des öffentlichen Lebens in Rosow.

Heute ist das Spritzen- und Armenhaus ein wertvolles Zeugnis der Sozial-, Bau- und Dorfgeschichte. Durch seine freistehende Lage auf dem Dorfplatz ist es außerdem ein prägender Bestandteil des historischen Ortskerns.

Ein Gebäude vor dem Verfall bewahrt

Der Zustand des Hauses hat sich in den vergangenen Jahren zunehmend verschlechtert. Besonders schwer wurde das Gebäude im Herbst 2024 durch einen Sturmschaden getroffen, bei dem das Dach eingedrückt wurde.

Rosower Bürgerinnen und Bürger wollten den weiteren Verfall nicht einfach hinnehmen. Veronika und Jörg Wollert, Dieter Schröder, Sven Kranzusch, Matthias, Andreas und Karl Lau, Jens Grube und Udo Augustinat packten gemeinsam an. Teile des beschädigten Daches und des rechten Giebels wurden abgetragen und die offene Dachfläche mit einer vom Amt Gartz bereitgestellten großen Plane fachgerecht gesichert.

Im November 2025 wurde das Spritzen- und Armenhaus nach mehreren Besichtigungen durch die Denkmalschutzbehörde als denkmalgeschütztes Gebäude eingestuft.

Damit war klar: Dieses Haus soll nicht einfach verschwinden. Es verdient eine Zukunft.




Eine Idee nimmt Gestalt an

Wie diese Zukunft aussehen könnte, wurde zunächst in vielen Gesprächen überlegt. Einen wichtigen Schritt nach vorn brachte der Architekt Gerald Pfeifer, der bereits beim historischen Wiederaufbau des Mauertores zur Gedächtniskirche Rosow mitgewirkt hatte.

Aus Verbundenheit mit Rosow bot er an, das Gebäude kostenfrei bautechnisch zu untersuchen und Möglichkeiten für seine Erhaltung aufzuzeigen.

Gemeinsam mit dem Amt Gartz, den zuständigen Stellen für Denkmalschutz und Förderung sowie engagierten Rosowern entstand schließlich ein Nutzungskonzept.

Die Idee:

Das historische Gebäude soll erhalten bleiben und gleichzeitig eine neue Aufgabe bekommen.

Geschichte erleben – unterwegs sein – in Rosow bleiben

Im sanierten Spritzen- und Armenhaus soll eine kleine historische Ausstellung entstehen. Sie soll über die Geschichte des Hauses, die Feuerwehr und das Dorf Rosow informieren.

Gleichzeitig sind einfache Übernachtungsmöglichkeiten für Radfahrer und Wanderer vorgesehen. Wer mit dem Fahrrad auf dem Oder-Neiße-Radweg unterwegs ist oder das angrenzende polnische Radwegenetz erkundet, könnte künftig in Rosow eine einfache Unterkunft finden – ganz bewusst auf der Grundlage von Schlafsack und Luftmatratze.

Die dafür notwendigen sanitären Einrichtungen sollen ebenfalls geschaffen werden.

Auch im Außenbereich ist Neues geplant. Eine Ladestation für Elektroautos und E-Bikes sowie ein Rastplatz sollen entstehen.

Die Nähe zur Gedächtniskirche Rosow bietet dabei eine besondere Chance. Historisches Gebäude, Kirche, Radweg und Dorfplatz könnten künftig ein gemeinsames Ensemble bilden und Rosow zu einem interessanten Zwischenziel für Besucher machen.

Aus einem Problem soll eine neue Dorfmitte entstehen

Das Vorhaben beschränkt sich nicht nur auf das Gebäude.

In einer zweiten Bauphase soll auch das Umfeld des Spritzen- und Armenhauses neu gestaltet werden. Die Betonstraße links neben dem Gebäude soll mit Rechtecksteinen instand gesetzt werden. Hinter dem Haus sind die Ladestationen für Elektroautos und E-Bikes sowie ein Rastplatz vorgesehen.

So könnte aus einem heute vernachlässigten Bereich wieder ein attraktiver Mittelpunkt unseres Dorfes werden.

Ein Ort für die Dorfgemeinschaft.
Ein Ort für Besucher.
Ein Ort, an dem Geschichte sichtbar bleibt.



Die Gemeinde macht den Weg frei

Die Gemeindevertretung Mescherin hat das Vorhaben auf ihrer Sitzung im Juni 2026 mehrheitlich unterstützt. Für die Jahre 2027 und 2028 sollen Mittel für den notwendigen Eigenanteil im Gemeindehaushalt bereitgestellt werden.

Für die erste Bauphase werden derzeit rund 350.000 Euro veranschlagt. Für die zweite Bauphase zur Gestaltung des Umfeldes kommen voraussichtlich weitere 150.000 Euro hinzu.

Ein großer Teil der Finanzierung soll über Fördermittel erfolgen. Dafür wurden bereits Gespräche mit verschiedenen Förderstellen und dem Denkmalschutz geführt.

Am 30. Juni 2026 fand außerdem ein Vor-Ort-Termin mit dem Bundestagsabgeordneten Stefan Zierke statt. Gemeinsam mit dem Amtsdirektor Henrik Fischer wurden Möglichkeiten einer Förderung auf Bundesebene erörtert. Gleichzeitig sollen auch Fördermöglichkeiten des Landes genutzt werden.

Das Interesse der Förderstellen an dem Vorhaben ist vorhanden. Ob und in welchem Umfang Fördermittel bewilligt werden, bleibt abzuwarten.

Der geplante Beginn der Umsetzung ist 2027

Jetzt kommt es auch auf uns an

Ein solches Vorhaben kann nur gelingen, wenn viele Menschen es unterstützen.

Das Spritzen- und Armenhaus ist nicht irgendein altes Gebäude. Es ist ein Teil der Geschichte von Rosow. Generationen von Menschen haben es gekannt und genutzt. Es erinnert an eine Zeit, in der Feuerwehr, Gemeinde und soziale Fürsorge noch unter einem Dach zusammengehörten.

Wenn wir dieses Gebäude heute erhalten, bewahren wir damit nicht nur alte Mauern.

Wir bewahren ein Stück Rosow.

Deshalb bitten wir um Unterstützung. Jede Spende trägt dazu bei, den Eigenanteil der Gemeinde zu erhöhen und damit bessere Voraussetzungen für die Beantragung von Fördermitteln zu schaffen.

Helfen Sie mit! Für Rosow. Für seine Geschichte. Für kommende Generationen

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Spendenkonto

Kontoinhaber: Gemeinde Mescherin
Deutsche Kreditbank AG
IBAN: DE30 1203 0000 0010 5022 68
BIC: BYLADEM1001

Verwendungszweck:
zweckgebundene Spende Ausbau Spritzen- und Armenhaus Rosow

Jeder Beitrag hilft – ganz gleich, wie groß er ist.

Damit das Spritzen- und Armenhaus nicht nur ein Zeugnis der Vergangenheit bleibt, sondern ein Ort mit Zukunft wird.