12. Mai 2018

Rosow feiert seinen 775. Geburtstag

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Mit einem ökumenischen deutsch-polnischen Festgottesdienst wurden die Jubiläumsfeierlichkeiten in Rosow eingeleitet. Viele Bürgerinnen und Bürger nahmen sich die Zeit, um an dieser Veranstaltung in der Gedächtniskirche Rosow teilzunehmen. Pfarrer
i.R. Oswald Wutzke und Ksiądz prof dr Cezary Korzec leiteten den Gottesdienst, beide wurden unterstützt durch die Lektoren Dr. Elke Kaddatz, Schönfeld und Holger Miethling, Gartz/O. In seiner Festpredigt entwickelte Pfarrer Wutzke mit einem Blick zurück die Herausforderungen für die Zukunft. Im friedlichen Miteinander ist Versöhnung nur möglich. Ein christ- licher Akzent, der seiner Aktualität auch in der Neuzeit nicht verlieren wird. Seine Botschaft über- mittelte Wutzke auch an die polnischen katholischen Mitbewohner, denen er, stellvertretend durch Ksiądz prof dr Cezary Korzec, Rosow, das Band der Freundschaft verlieh. Die gleiche Würdigung erhielt Ortsvorsteher Karl Lau für seine Verdienste für Rosow und insbesondere für seine Initiative zur Vorbereitung dieses Jubiläums. Den musikalischen Rahmen übernahmen Diplom-Musikerin Dagmar Budnick, Angermünde (Orgel) und Karsten Scheller (Cello) mit Stücken von Diana Małgorzata Sienkiewicz: Przebudzenie (Erwachen) und Wspomnienie (Erinnerungen).

Am Ende des Gottesdienstes gab es Grußworte des Vorsitzenden des Fördervereins Karl Lau und des Bürgermeister Wilfried Burghardt. Eine besondere Ehrung für ihre Einsätze bei der Feuerwehr Rosow erhielten Siegfried Döbler und Wolfgang Sybitzki vom Vorsitzenden des uckermärkischen Feuerwehrverbandes Lutz Timm: Sie bekamen die goldene Ehrennadel für ihre langjährigen Verdienste.

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Ein kleines Dorf im nördlichsten Zipfel der Uckermark, Ortsteil der Gemeinde Mescherin feiert vier tolle Tage. Rosow begeht sein 775-jähriges Bestehen, und seit dem 10. Mai wird dort gefeiert. Eine Herrentagsparty mit kleinen Wettkämpfen macht am Donnerstag den Anfang.

Nach der Eröffnung der Feierlichkeiten am Freitag mit dem Festgottesdienst, konzentrierte sich die Aufmerksamkeit auf die Aktivitäten am Samstag. Ein Festumzug stand an, der pünktlich um 12 Uhr begann. Die Durchgangsstraße wurde eigens für diesen Höhepunkt des Tages gesperrt. Viele hundert Zuschauer säumten die Straße. Immer mehr Besucher strömten herbei, um das wunderschön geschmückte Dorf mit dem gemütlichen Festplatz und den vielen Attraktionen für Groß und Klein zu erleben.
 

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Die Mitwirkenden des Festumzuges, alle Bewohner des Dorfes Rosow, die die geschichtliche Entwicklung des Dorfes Rosows seit der urkundlichen Erwähnung von 1243 bis heute darstellten, wurden begeistert von den Hunderten von Zuschauern bejubelt. Die Moderatorin Haike Fleischmann begrüßte alle Gruppen des Umzuges recht herzlich und kommentierte die Hintergründe der jeweiligen historischen Bilder. Ksiądz prof dr Cezary Korzec übersetzte das Deutsche sofort ins Polnische

Angeführt wurde der Festumzug von der Schalmeienkapelle Rossow. Das Mittelalter wurde dargestellt von Ritter Andreas, Armbrustschützen und Dudelsackspielern, die später wie die Landiner Garde im Festbereich ihre Lager aufschlugen. Die Bauern waren ebenso vertreten wie das Handwerk und Schulkinder, historische Feuerwehrtechnik und das Gramzower Eisenbahnmuseum.

An die schweren Kriegsjahre erinnerten Männer in Uniformen und die Flüchtling in ihren Trecks. Hebamme Tabbert, die noch viele Rosow in Erinnerung haben, half in Rosow viele Kinder zur Welt, sie verband mit den Neugeborenen in der Nachkriegszeit eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
Die Geschichte der Landwirtschaft mit Bauern und Siedlern, der LPG Frieden Neurosow, DDR-Mähdreschern der MAS spielte eine große Rolle. Man sah Neurochlitzer Frauen in Kittelschürzen auf dem Hänger von Burghard Petzel, sowie Landtechnik von Vater & Sohn Runge und den Wagen vom Landwirtschaftsbetrieb Wilfried Burghardt aus Neurochlitz. Den Abschluss bildete die Feuerwehrtechnik.

Seit vielen Monaten hat ein Festkomitee das Dorfjubiläum vorbereitet, unterstützt von vielen Rosowern. Die Arbeit hat sich gelohnt, wie das Festgetümmel beim bunten Programm am Nachmittag und Tanz bis in den Morgen zeigte. Mit einem Frühschoppen am Sonntag klang das Jubiläum aus.

An das Jubiläum erinnert eine Festschrift, die durch den Ortsbeirat mit Karl Lau, Udo Augustinat und Dieter Schröder herausgegeben wurde. Einen Überblick über die Geschichte Rosows entwickelten die Autoren Burkhard Lau (Unna), Karl Lau (Rosow), Karsten Scheller (Berlin) und Dietrich Scheller (Hamburg). Die Festschrift lebt von Fotografien, Fakten und persönlichen Schilderungen einiger Dorfbewohner. Auch polnische Familien kommen zu Wort, die in Rosow ein neues Zuhause gefunden haben.

„Rosow war und ist seit Jahrhunderten Heimat für viele Menschen. Eine florierende Landwirtschaft mit ihren notwendigen Handwerksbetrieben und mit einem möglichen Wechsel zwischen Arbeit und Erholung an der Oder und auch an der Ostsee ließen ein blühendes Dorf gedeihen“, heißt es darin. Gleichwohl erinnert die Festschrift auch an traurige Kapitel der Dorfgeschichte. So zum Beispiel an den Zweiten Weltkrieg und die entbehrungsreichen Jahre zwischen 1945 und 1955. Zum Kriegsende war das Dorf zerstört, die Äcker der Bauern lagen brach, Flüchtlinge kehrten zurück und Vertriebene suchten eine Bleibe. Dieses Kapitel der Dorfgeschichte ist nicht nur in der Festschrift nachzulesen. Es wird seit Juni 2007 auch in der Gedächtniskirche Rosow auf emotionale Weise erlebbar. Eine Ausstellung widmet sich dem Thema Flucht, Vertreibung und Neuanfang. Die Kirche ist aber auch Kulturstätte für Rosow.

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